Wudang Kampfkunst – Wudang-Pai                                           

 

In China unterscheidet man zwei große Kampfkunstrichtungen: Wudang und Shaolin.

Shaolin steht für die "äußeren Kampfkünste" (waijia quan). Bei ihnen geht es primär um die Entwicklung und das Training der äußeren Kraft, der Muskeln, sowie der Schnellkraft, um in einer Kampfsituation bestehen zu können; d.h. hier steht das physische Körpertraining im Vordergrund.

Die Wudangschule – genannt auch Wudang-Kampfkunst, Wudang-Pai, Wudang-Gongfu oder Xuanwu-Pai – steht für die so genannten "inneren Kampfkünste", bei welchen Entwicklung und Kontrolle der "inneren Kraft" im Vordergrund stehen. Die Grundidee ist, dass das Weiche das Harte überwinden kann. Sinnbild dafür ist das Wasser, welches das Weichste aller Elemente ist und trotzdem (oder gerade deshalb) die größte Kraft entwickeln kann.

Zu den inneren Kampf- und Bewegungskünsten zählen Taijiquan, Xingyiquan und Baguazhang. Bildlich lassen sich ihre Unterschiede so darstellen: Taijiquan entspricht dem Wasser/ der Welle und wird in kreisförmigen Bewegungen ausgeführt. Xingyiquan ist wie ein Blitz, man bewegt sich auf einer geraden Linie. Bagua entspricht dem gasförmigen Dampf, dem Orkan und man bewegt sich wie eine Kugel. Meister Tian Liyang beschrieb es folgendermaßen: das Taijiquan ist wie das Laufen in einem Fluß auf dem Flussbett, beim Xingyiquan läuft man mal auf dem Flußbett, mal schwebt man darüber und das Baguazhang ist wie das Laufen auf dem Wasser.

Die inneren und die äußeren Kampfkünste beeinflussen sich jedoch gegenseitig und sind nicht eindeutig zu trennen.

Die weltbekannten Wudangberge, die im nordwestlichen Teil der chinesischen Provinz Hubei liegen, sind nicht nur die Wiege des berühmten Wudang-Stils. Auch die daoistische Philosophie und ihre Kultur haben hier ihren Ursprung. Die Wudangberge werden seit Jahrhunderten von daoistischen Pilgern als heilige Berge verehrt.

Der Ruhm der Wudang Kampfkunst ist zurückzuführen auf den legendären Begründer des Taijiquan Zhang Sanfeng, der als daoistischer Einsiedler und Alchimist in den Wudang-Bergen lebte und dort das Taijiquan entwickelte. 
Alle anderen Taijiquanstile entstanden auf der Basis seiner Erkenntnisse.

Um Zhang Sanfeng und die Entstehung des Taijiquan ranken sich zahlreiche Legenden und der wahre Begründer des Taijiquan war lange historisch nicht nachgewiesen. In letzter Zeit werden jedoch vermehrt historische Quellen zutage gefördert, die Zhang Sanfeng als Begründer des Taijiquan nachweisen. Damit erlangen die Wudangberge eine immer größere Bedeutung für das Taijiquan sowohl auf nationaler, wie auch auf internationaler Ebene und der Wudangstil erhält wieder die Bedeutung, die er in China seit jeher hatte.

Lesen Sie hier folgende Legende über die Entstehung des Wudang-Stils und des Taijiquan!

Zhang Sanfeng entwickelte auf Grundlage der daoistischen Philosophie des Wandels von Yin und Yang die 13 Grundbewegungen des Taijiquan (die 5 Schritte und die 8 Techniken): indem man den Weg von Natürlichkeit, Wachstum und Wandel beschreitet kehrt man ganz natürlich zu Einfachheit und Ursprünglichkeit zurück.

So entstand die Tajiquan-Form der Wudangberge: ihre Bewegungen sind rund und fließend und lassen die Prinzipien von Yin und Yang allzeit erkennen. Wie ziehende Wolken und fließendes Wasser bewegt man sich und kultiviert dabei im Inneren Essenz, Qi und Geist sowie äußerlich die Muskeln, Knochen und Haut. Die Leitbahnen werden geöffnet und belebt, Geist und Körper sind gleichzeitig beteiligt.

Sehen Sie hier das Taijiquan der Wudangberge:Film