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 Was ist Taijiquan?                                              

Taijiquan (andere Schreibweisen: Tai Ji Quan, Tai Chi Chuan oder Tai Chi Quan) ist eine traditionelle chinesische Kampf- und Bewegungskunst und bei uns als „Schattenboxen“ bekannt geworden. Es basiert auf der Philosophie von Yin und Yang (Daoismus), der Vereinigung von Gegensätzen und fördert die Harmonie von Körper, Geist und Seele.


Taijiquan als ganzheitliches Übungssystem lehrt uns nicht nur, wie wir körperliche und geistige Gesundheit erlangen können, sondern auch, wie wir uns im Alltag selbst behaupten und durchsetzten können ohne Anderen zu schaden.

 

Beim Taiji-Üben beginnt sich der Körper zu entspannen, was Geist und Gefühle beruhigt. Dadurch entsteht eine meditativen Stimmung, in der sich unser Bewusstsein und unsere Wahrnehmung wie von selbst nach Innen richten können. Das wiederum aktiviert im ganzen Körper das Qi, die Lebensenergie, und lässt es fließen, was unsere Gesundheit fördert und uns Wohlbefinden schenkt. 


Mit sehr viel Übung kann die Kraft des Qi auch zur effektiven Selbstverteidigung eingesetzt werden.

 

Die Taijiquan-Praxis hilft dem Körper geschmeidig, flexibel und stark zu werden: die Muskeln werden aktiviert und gekräftigt, die Gelenke bewegt und die Bänder gestreckt. Kreislauf und Nervensystem werden angeregt, die Atmung vertieft. Darüber hinaus werden Koordination, Gleichgewichtssinn und Feingefühl entwickelt.

  

Taiji-Praxis im Dasein

 

Das Erlernen der Taiji-Form ist das Eine: Die Bewegungen des Taijiquan sind allerdings so komplex, dass wir diese nicht auf die uns so vertraute Weise rein logisch – also mit dem Kopf – erlernen können.

Vielmehr müssen wir es zulassen, dass Bewegung aus dem Körper heraus natürlich und in entspannter Weise entsteht. Das ist zugegebener Weise nicht ganz einfach.

Aber wenn es uns gelingt, entspannt sich unser immer-wollender Geist und wir finden Ruhe in der Bewegung. Wir kommen bei uns selbst an und das macht zufrieden. Das ist eines der Geheimnisse des Taijiquan.

 

Doch die Taiji-Form an sich ist nur die Basis, die wir benötigen, um zuzulassen, dass sich unser Körper auf natürliche Weise bewegt, aufrichtet, entspannt und erdet, aber auch, dass er Kraft ohne Anstrengung entwickeln kann. So wie beim Musizieren die Beherrschung des Instruments Voraussetzung für das Erzeugen einer schönen Melodie ist, so können wir neue Bewegungsaspekte immer wieder in unserer Form ausprobieren und so lange üben, bis sie uns in Fleisch und Blut übergehen, auch im Alltag.

 

Partnerübungen sind dabei sehr hilfreich, denn sie bieten uns die Möglichkeit, Entspannung, Erdung und/oder Kraftentwicklung zu erspüren: wir können die für die Situation optimale Körperhaltung finden und diese in der Form weiter vertiefen. 

 

 

 

 



„Wenn dein Körper nicht ausgerichtet ist,

wird die innere Kraft nicht kommen.

Wenn du im Innern nicht ruhig bist,

wird dein Geist nicht geordnet sein.

Richte deinen Körper aus,

unterstütze die innere Kraft,

dann wird es Schritt für Schritt

von alleine kommen.“

 

(aus dem daoistischen Werk

„Nei Ye“ – Inneres Training)

 

 

"Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres als das Wasser. 
Und doch, in der Art, wie es dem Harten zusetzt, kommt nichts ihm gleich. 
Es kann durch nichts verändert werden.
Dass Schwaches das Starke besiegt, und dass Weiches das Harte besiegt,
weiß jedermann auf Erden, aber niemand vermag danach zu handeln."

(Laotse)